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Das Verlangen nach Mobilität, könnte man fast schon als Grundbedürfnis bezeichnen.

Die Menschheit hat in den letzten hundert Jahren eine enorme Entwicklung vollzogen, was die die Möglichkeiten anbelangt, sich fortzubewegen. Enorme Fortschritte, vor allem in der Technologie, haben uns in relativ kurzer Zeit ermöglicht, ein Grad an Mobilität zu erreichen, von dem man vorher nur träumen konnte.
Die neue Freiheit an Mobilität droht sich aber nach relativ kurzem Genuss nun in Luft aufzulösen. In den Industrieländern und zunehmend auch in den Schwellenländern haben wir immer grössere Probleme die Verkehrsmassen in den Griff zu kriegen. Unsere Bewegungsfreiheit wird trotz enormer Anstrengungen im Strassenbau, Ausbau der Nah- und Fernverkehrsnetze der Bahn, Verbesserungen der Flugverbindungen usw. je länger je mehr eingeschränkt werden.



« Man könnte sogar sagen, dass die neu gewonnene Freiheit immer mehr zur Plage wird. »

Es wird schon jetzt immer mühsamer, sich vor allem im Nahverkehr von A nach B zu bewegen. Überfüllte Züge, Busse und Strassen- oder U-Bahnen, Staus und verstopfte Strassen, ja sogar Gedränge auf Gehsteigen, in Bahnhöfen, in Einkaufszentren usw. sind Zeugnisse dieser Entwicklung Wer könnte da nicht schon ein Buch darüber schreiben. Aber nicht nur der Komfort leidet unter dem Verkehrsgau. Die Freiheit die uns die relativ neuen Verkehrsmittel gebracht haben wird je länger je mehr wieder eingeschränkt. Durch immer mehr Zeitaufwand auf dem Arbeitsweg, beim Einkauf in riesigen Einkaufszentren, beim Warten vor Liften, an Kassen, Zahlstellen, Schaltern, bei der Parkplatzsuche usw., wird unsere Freizeit in zunehmendem Mass beschnitten.

Ein weiterer Problemkreis der durch den weltweit zunehmenden Verkehr entsteht ist die Zerstörung unserer Umwelt und die Verknappung von Rohstoffen. Wir vergiften in anwachsendem Masse unsere Atmosphäre, was bekanntlich zu Klimaveränderungen und damit zu unvorhersehbaren aber sicherlich negativen Folgen für unsere Umwelt und damit auch für die Menschheit führt. In vermehrtem Masse müssen auch natürliche Lebensräume den Verkehrsflächen weichen, oder werden zumindest von diesen zerschnitten, was folgen auf das ökologische Gleichgewicht hat und Erholungsgebiete für den Menschen immer rarer und unnatürlicher werden lässt. Auch der Müll aus dem schnell wachsenden Verkehrsaufkommen wirkt sich immer mehr negativ auf die Umwelt aus, ganz zu schweigen von Unfällen, z.B. Tankerunglücke, wobei nebenbei bemerkt diese meist nicht viel mit Glück oder Unglück zu tun haben.



Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, diesen Entwicklungen entgegen zu wirken:
1. Symptom- und Ursachenbekämpfung

Die Symptombekämpfung ist bereits in vollem Gange. Verbesserung und Erhöhung der Kapazitäten von Transportmittel und der Verkehrsnetze bei geringerem Verbrauch und weniger Umweltbelastung. Einschränkung von Unfallgefahren und Umweltbelastung durch strengere Gesetze und immer mehr Einschränkungen. Der Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln steckt zwar noch in den Kinderschuhen, die Weiterentwicklung ist aber voll im Gang. Auch wird, allerdings immer noch ziemlich halbherzig an erneuerbaren und umweltverträglicheren Energiequellen getüftelt und geforscht. Es gibt viele gute Ansätze, leider aber sind diese meist nicht sehr weitsichtig, was in der Natur der Symptombekämpfung liegt.

Was sind denn nun die Ursachen der Probleme in der Fortbewegung und im Verkehr? Vordergründig könnte man sagen, dass die Hauptursache der technologische- und industrielle Fortschritt ist, weil dieser erst die Massenproduktion von Verkehrsmitteln und Verkehrswegen ermöglichte. Wohl wahr, nur wäre es wohl kaum wünschenswert oder gar sinnvoll gegen den Fortschritt Massnahmen zu ergreifen. Es wird wohl jedermann einleuchten, dass es Unsinn wäre, den Fortschritt zu stoppen oder wenn man gar probieren würde, die Menschheit in einen vorindustriellen Zustand zurückzuführen.

Eine andere Möglichkeit, aber wohl auch kaum wünschenswert wäre eine Künstliche Verteuerung der Fortbewegungsmöglichkeiten und Transporte was für eine Minderheit eine Verbesserung der Situation, für die Mehrheit aber eine Verschlechterung der allgemeinen Lebensbedingungen bedeuten würde. Leider hat zumindest eine Tendenz zur Entwicklung in diese Richtung bereits eingesetzt! Beispiele sind Benzinpreise, die City-Maut oder Fahrkartenpreise im Nahverkehrsnetz der Öffentlichen Verkehrsmittel.



Oder die einzig sinnvolle und nachhaltige Möglichkeit:
2. Die globale Population in den Griff zu bekommen und auf eine vernünftige Zahl fest zu setzen.

Die Grenzen der globalen Kapazität sind Verkehrstechnisch zwar noch lange nicht ausgeschöpft. Es ist schon etwas beängstigend, wenn man bedenkt, dass etwa zwei Drittel der Menschheit in Sachen Mobilität noch weit unter dem Standard der Industrienationen zurückliegen, deren bestreben aber darauf hinausläuft, auf unseren Standard aufzuholen, was ja eigentlich auch richtig ist. Bei einer Weltbevölkerung von zwei bis drei Milliarden wäre dies wohl kaum ein Problem. Bei drei bis vier Milliarden sind schon ziemliche Probleme zu erwarten. Deren Lösung liegt aber mit etwas Geduld und entsprechendem Aufwand wohl noch im Bereich des Möglichen, auch ohne die Umwelt über die Massen zu belasten. Wenn die Erdbevölkerung aber wie heutige Prognosen besagen auf zehn bis fünfzehn Milliarden anwächst, ist es in absehbarer Zeit schlichtweg unmöglich für eine Mehrheit der Menschen einen Grad an Bewegungsfreiheit zu schaffen, den wir zu dieser Jahrtausendwende in den Industrienationen kennen, ganz zu schweigen davon, diesen zu verbessern. Eine prozentual immer kleiner werdende Minderheit kann vielleicht den heutzutage noch gewohnten Standard an Mobilität aufrechterhalten. Dies aber auch nur mit erheblich höherem Aufwand an Zeit, Anstrengung und natürlich an Kosten. Es werden immer mehr Gesetze notwendig, die für den Umweltschutz, zur Unfallverhütung und zum Einsparen von Energie- und Rohstoffverbrauch erlassen werden und somit unser Bedürfnis nach Mobilität und Freiheit einschränken.